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Was ist Hufrehe überhaupt?

Was ist Hufrehe überhaupt?

Man kann bei einer Hufrehe drei verschiedene Arten Unterscheiden:

  • Die Vergiftungsrehe: Diese Form der Hufrehe wird beispielsweise ausgelöst durch Giftpflanzen, durch bestimmte Medikamente oder die Aufnahme anderer toxischer Substanzen. Auch ein plötzlicher starker Futterwechsel kann unter Umständen eine Vergiftungsrehe provozieren. Dabei wird die Darmbarriere so stark geschädigt, dass Darmbakterien absterben und Endotoxine freisetzen. Sind diese in ausreichender Konzentration vorhanden, führen sie zur Schädigung der lamellaren Strukturen des Hufbeinträgers. In der Folge entsteht eine Hufrehe. Eine Vergiftungsrehe entsteht meist akut und betrifft häufig den gesamten Körper. Zusätzliche Symptome können Durchfall, Koliksymptome, Fieber und ein stark abfallender Allgemeinzustand sein.

  • Die Belastungsrehe: Eine Belastungsrehe entsteht, wenn ein Bein stark überlastet wird. Das kann beispielsweise vorkommen, wenn ein Vorderbein durch eine Verletzung stark entlastet wird und das andere Bein dadurch mehr Last aufnehmen muss. Das kann zu einer dauerhaften Überlastung und mechanischem Stress für die Lamellen bis hin zum strukturellen Versagen des Hufbeinträgers führen. Die Hufrehe entsteht dann nicht auf beiden Vorderbeinen bzw. allen vier Hufen, sondern nur am überlasteten Bein. Das unterscheidet diese Form der Hufrehe von den anderen und macht sie auch so selten. Häufig wird die Belastungsrehe fehldiagnostiziert! Eine falsche Hufbearbeitung führt in den wenigsten Fällen zu einer Belastungsrehe, dennoch wird dieser Punkt gerne als Diagnosekriterium von Tierärzten verwendet. In vielen Fällen einer fehldiagnostizierten Belastungsrehe, handelt es sich um eine endokrinopathische Hufrehe.

  • Die endokrinopathische bzw. hyperinsulinämie-assoziierte Hufrehe: Diese Form der Hufrehe betrifft die meisten Hufrehe-Patienten. Sie entsteht durch einen anhaltenden erhöhten Insulinspiegel im Blut (Hyperinsulinämie) in Folge einer Insulindysregulation. Krankheiten die diese Form der Hufrehe begünstigen sind das Equine Metabolische Syndrom (EMS) oder die Pituitary Pars Intermedia Dysfunction (PPID oder früher als Equines Cushing Syndrom bekannt). Die Hufrehe ist dabei nur das Symptom einer größeren Stoffwechselerkrankung, die den Insulin- bzw. Zuckerstoffwechsel betreffen. Frühe Anzeichen für die Stoffwechselerkrankungen liegen meist schon Monate bis Jahre vor der Hufrehe vor und können das Pferd unter Umständen schon stark beeinträchtigen. Beim Ausbruch der Hufrehe sind meist schon starke Schädigungen am Hufbeinträger unbemerkt durch die dauerhaft hohe Ausschüttung von Insulin (Hyperinsulinämie) entstanden.

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